Spezielle Wasserwerte

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Spezielle Wasserwerte

Der Sauerstoff (O²)

Sauerstoff hat einen lebenswichtige Funktion im Aquarium (biologische Atmungsprozesse). Fische, Bakterien und Pflanzen benötigen Sauerstoff. Der wichtigste Sauerstofflieferant sind die Pflanzen, zusätzlich wird durch die Wasseroberfläche Sauerstoff eingetragen. Deshalb ist es empfehlenswert eine stetig schwache Oberflächenbewegung zu haben, damit der Gasaustausch zwischen Luft und Wasser gefördert wird. Die gelöste Menge an Sauerstoff hängt von der Temperatur, dem Verbrauch und dem Eintrag ab.Fische und alle Kleinstlebewesen verbrauchen Sauerstoff bei der Atmung und produzieren Kohlendioxid (CO²), was wiederum die Pflanzen brauchen die daraus Sauerstoff produzieren. Die Produktion und der Verbrauch von CO² und das Zusammenspiel dieses Wertes mit dem KH - Wert und dem pH - Wert, haben wichtige Konsequenzen für das Aquarium.
Ist z.B. die Karbonathärte des Wassers niedrig, führen schon relativ kleine Schwankungen in der CO² - Konzentration zu deutlichen pH - Wert - Veränderungen, man spricht von einer geringen Stabilität. Ist die KH allerdings höher, erhöht sich auch die Stabilität des für die Fische wichtigen pH - Wertes. Für uns bedeutet das: Wasser mit geringer KH ist pH - instabiler als Wasser mit höherer Karbonathärte.

Verzichtet bitte auf Luftsprudler (Diffusor), sie treiben unnötig CO² aus und sind in normal bepflanzten Aquarien nicht notwendig. Diese werden nur in Becken mit sehr wenig Bepflanzung benötigt (z.B. Barsch- oder Cichlidenaquarien).

 

Das Eisen (Fe)

Eisen ist ein sehr wichtiger Pflanzennährstoff zur Bildung des lebensnotwendigen Blattgrüns (Clorophyll). Pflanzen benötigen Eisen neben Molybdän als Nährstoffträger, um Nitrat aus dem Wasser aufzunehmen und in Ammonium umzuwandeln. Eisen ist in den wasserlöslichen Formen für die Pflanzen verwertbar. Freies Eisen oxydiert jedoch sehr schnell in die wasserunlösliche dreiwertige Form und ist somit für die Pflanzen als Nährstoff nicht verfügbar, kann aber ab Konzentrationen von 0,3 mg/l für die Fische toxisch (giftig) sein.

 

Das Kohlendioxyd (CO²)

Kohlendioxyd verbindet sich mit Wasser und wird zu Kohlensäure. Diese Kohlensäure wird von der Pflanze aufgenommen und in Kohlenstoff umgewandelt. Jede Aquarienpflanze besteht annähernd zu 50% aus Kohlenstoff. Somit ist es sehr wichtig das Kohlendioxyd dem Wasser zugegeben wird. Gerade bei sehr schnell wachsenden Pflanzen unverzichtbar!

 

Das Phosphat (PO4)

Phosphat ist ungiftig und entsteht durch übermäßigen Phosphorgehalt im Futter, im Schmelzwasser von Frostfutter, übermäßiger Fütterung, nicht gefressenes sich zersetzendes Futter, phosphorhaltigen Pflanzendünger etc. Phosphat in höheren Konzentrationen ( > 0,5 mg/l ) fördert zudem den Wuchs von Stickstoffalgen wie Schmier- , Bart- oder Pinselalgen.

 

Calcium (Ca)

Calcium gehört zu den sogenannten Erdalkali-Ionen und stellt zusammen mit Hydrogenkarbonat und Sulfat den Hauptteil der Wasserhärte. Calcium wird von vielen Lebewesen als wichtiger Baustoff benötigt. Fische benötigen es zum Skelettaufbau, Pflanzen als Nährstoff und Wirbellose zum Aufbau der Kalksubstanzen in Schalen usw. Im Süsswasseraquarium ist die Calciumversorgung durch eine ausgewogene Ernährung der Fische und das Vorkommen im Leitungswasser praktisch immer gewährleistet.

 

Ammoniak (NH³), Ammonium (NH4), Nitrit (NO²) und Nitrat (NO³)

Durch Ausscheidungen der Fische sowie durch Pflanzen- und Futterreste gelangen Stickstoffverbindungen ins Wasser, die abgebaut werden müssen. Zunächst entsteht das pH-abhängige giftige Ammoniak oder das ungiftige Ammonium. Bei manchen Fischen kann bereits ein geringer Ammoniakgehalt über längere Zeit schädlich sein. Die Bakterien im Filter bauen Ammoniak bzw. Ammonium zu dem ebenfalls giftigen Nitrit ab (kann langfristig in hohen Mengen tödlich sein). Aber die Filterbakterien bauen Nitrit zu Nitrat um, was wiederrum ein Pflanzennährstoff ist (kann aber auch das Algenwachstum fördern).
Sorgt immer für viel Nahrungskonkurrenz gegenüber den Algen, d.h. viele verschiedene Pflanzen. So entziehen die vielen Pflanzen den Algen die Nährstoffe (Nitrat). Vermeidet Überbesatz und Überfütterung um das optimale Gleichgewicht im Aquarium zu gewährleisten. Achtet auf eine ausreichende Sauerstoffversorgung, auf einen richtig dimensionierten Filter und auf einen regelmäßigen Wasserwechsel einmal pro Woche 20 - 30%. Sorgt dafür das Abfallprodukte wie abgestorbene Pflanzenreste oder Mulm abgesaugt werden, um eine hohe Belastung des Wassers zu verhindern.

 

Nitrat kann bis zu Konzentrationen von über 200 mg/l von Fischen toleriert werden, während Nitrit bereits in geringen Konzentrationen (ab etwa 0,5 mg/l) ein starkes Fischgift darstellt.

 

Aquarium Kreislauf

 Diese Grafik stammt aus Wikipedia, Artikel "Aquarium", Autor Lukas3 und steht unter GNU FDL-Lizenz.

 

  1. Einbringen von Nahrung und Nährstoffen durch Fütterung.
  2. Produktion von Harnstoffen und Ammoniak durch die Aquarienbewohner.
  3. Das Ammoniak wird durch Nitrosomonas-Bakterien zu Nitrit umgewandelt.
  4. Nitrit wird durch Nitrobacter-Bakterien zu Nitrat umgewandelt, welches den Pflanzen dient.
  5. Wasser verdampft bzw. oxydiert, durch Temperaturunterschied zwischen Wasser und Luft.
  6. Die Lichteinstrahlung - Motor für die Photosynthese der Pflanzen.
  7. Der Bodengrund mit seinen wichtigen Bakterien, die mit zum Abbau verschiedenster Stoffe beitragen.
  8. Durch Pflanzen wird Sauerstoff produziert, welches wiederrum den Aquarienbewohnern dient.
  9. Die Aquarienbewohner scheiden Kohlenstoffdioxid aus, was wiederrum den Pflanzen dient.

 

Die Stickstoffumwandlung, die durch Pflanzen und Mikroorganismen, einschließlich dem Filter, im Aquarium stattfindet, wird gelegentlich auch als Stickstoffkreislauf bezeichnet. Bei den wenigsten Aquarien liegt jedoch tatsächlich ein Kreislauf vor, bei dem keine Eingriffe mehr notwendig sind. Die Lebewesen im Aquarium sind in der Regel auf Futter angewiesen und zur Nitratreduzierung ist ein regelmäßiger Teilwasserwechsel notwendig.